Opernchöre

Nach dem großen Erfolg des Opernchöre-Konzerts 2018 lädt der Kammerchor Rüthen erneut zu einem festlichen Abend mit beliebten Chören aus der Welt der Oper ein.

Mitwirkende

  • Beate Sulk-Clasen, Sopran
  • Judith Surrey, Alt
  • Georg Blum, Tenor
  • Kammerchor Rüthen
  • Tilman Wolf, Klavier
  • Leitung: Harduin Boeven

Aufführung

Samstag, 20. Juni 2026, 19:00 Uhr
Altes Rathaus, Rüthen

Eintritt 15€, Vorverkauf: Hirsch-Apotheke und bei allen Chor-Mitgliedern

Programm

KomponistOperWerk
G. F. Händel (1685-1759)Alcina (1734)Chor: „Questo è il cielo“
G. Rossini (1792-1868)Moses (1827)Gebet: „Des cieux où tu résides“
G. F. Händel (1685-1759)Xerxes (1738)Alt-Arie: „Ombra mai fu“
G. Donizetti (1797-1848)Lucia di Lammermoor (1835)Chor der Hochzeitsgäste: „Per te d´immenso giubilo“
W. A. Mozart (1756-1791)Die Hochzeit des Figaro (1786)Arie des Cherubino: „Sagt holde Frauen“
W. A. Mozart (1756-1791)Die Zauberflöte (1791)Chor der Priester: „O Isis und Osiris“
R. Wagner (1813-1883)Lohengrin (1850)Brautchor: „Treulich geführt“
G. Bizet (1838-1875)Carmen (1875)Habanera: „L'amour est un oiseau rebelle“
P. I. Tschaikowski (1840-1893)Eugen Onegin (1878)Chor der Landmädchen
G. Verdi (1813-1901)La Traviata (1853)Brindisi (Trinklied): „Libiamo“
~ Pause ~
G. Verdi (1813-1901)Aida (1871)Triumphszene: „Gloria all Egitto“
W. A. Mozart (1756-1791)Die Hochzeit des Figaro (1786)Arie der Susanna: „O säume länger nicht, geliebte Seele“
G. Rossini (1792-1868)Wilhelm Tell (1829)Chor der Dorfbewohner „Quel jour serein“
L. van Beethoven (1770-1827)Fidelio (1805)Gefangenenchor: „O welche Lust“
W. A. Mozart (1756-1791)Idomeneo (1781)Chor: „Placido è il mar“
G. Verdi (1813-1901)Nabucco (1842)Gefangenenchor: „Va, pensiero“
G. Rossini (1792-1868)L`italiana in Algeri (1813)Alt-Arie: „Cruda sorte“
P. I. Tschaikowski (1840-1893)Eugen Onegin (1878)Walzerszene

Opernklänge im Alten Rathaus (Der Patriot, 26.06.2026)

Rüthener Kammerchor reist musikalisch durch die Epochen

Rüthen – Einen Opernabend der besonderen Art konnten Musikfreunde jetzt im Alten Rathaus erleben. Unter dem Motto „Opernchöre“ lud der Kammerchor Rüthen zu einer musikalischen Reise durch mehrere Jahrhunderte Operngeschichte ein.

Moderator Michael Betten führte durch den Abend und kündigte eine Reise durch verschiedene Epochen, Stilrichtungen, Länder und Sprachen an.

Gleich das erste Stück, „Questo è il cielo“ aus Händels Alcina, machte deutlich, wohin die Reise geht: Der Kammerchor unter der Leitung von Harduin Boeven ließ die Ankunft einer Reisegesellschaft auf einer paradiesischen Insel lebendig werden – ein scheinbar himmlischer Ort, der jedoch Gefahren birgt. Dazu passte Rossinis Gebetschor „Des cieux où tu résides“ aus Moïse et Pharaon, in dem das Volk Israel um göttlichen Beistand bittet.

Mit „Ombra mai fu“ aus Händels Xerxes präsentierte Altistin Judith Surrey einen der großen barocken Opernhits. Die Arie, eine innige Liebeserklärung an einen schattenspendenden Baum, beeindruckte durch Ruhe und Ausdruckskraft. 

Mozart war gleich mehrfach vertreten: Beate Sulk-Clasen ließ als liebestoller Page Cherubino in „Sagt holde Frauen“ aus Le nozze di Figaro jugendlichen Überschwang hörbar werden. Der Priesterchor „O Isis und Osiris“ aus Die Zauberflöte zeigte die ernste, feierliche Seite von Mozarts Opernwelt. Mit Wagners Brautchor „Treulich geführt“ aus Lohengrin erklang anschließend sozusagen das deutsche Gegenstück zum italienischen Hochzeitsjubel – innig, getragen und mit festlichem Glanz.

Der zweite Teil begann mit einem Ausrufezeichen: In der Triumphszene „Gloria all’Egitto“ aus Verdis Aida entfaltete sich die ganze Pracht einer großen Verdi-Oper. Der Chor übernahm gleich mehrere Rollen – Priester, Volk und ägyptische Mädchen – und Tilman Wolf ersetzte am Klavier souverän ein ganzes Orchester, einschließlich der berühmten Aida-Fanfaren. Danach wurde es wieder intimer: In der Susanna-Arie „O säume länger nicht, geliebte Seele“ aus Mozarts Figaro zeigte Beate Sulk-Clasen viel Feingefühl.

Ein thematischer Block widmete sich dann den Themen Freiheit und Unterdrückung. Im Chor „Quel jour serein“ aus Rossinis Guillaume Tell genossen die Dorfbewohner noch einen friedlichen Tag, während der Konflikt mit den Besatzern bereits im Raum steht. Der Gefangenenchor „O welche Lust“ aus Beethovens Fidelio, von den Männerstimmen des Kammerchors gesungen, vermittelte die Sehnsucht nach Licht und Freiheit. Mit „Placido è il mar“ aus Mozarts Idomeneo beruhigte sich das musikalische Meer, bevor mit Verdis „Va, pensiero“ aus Nabucco der wohl berühmteste Freiheitschor der Operngeschichte erklang – ein Gänsehautmoment.

Mit „Cruda sorte“ aus Rossinis L’italiana in Algeri kehrte Judith Surrey als Gefangene mit viel Witz, stimmlicher Beweglichkeit und Ausdruckskraft auf die imaginäre Opernbühne zurück. Den Schlusspunkt setzte die Walzerszene aus Tschaikowskis Eugen Onegin, in der der Kammerchor noch einmal die Atmosphäre eines rauschenden Balles heraufbeschwor und sich zugleich beim Publikum für den gemeinsam gestalteten Abend bedankte.

Das Publikum reagierte mit lang anhaltendem Applaus und stehenden Ovationen auf das Konzert. Als Dankeschön legten Chor und Solisten noch einmal das Trinklied aus Verdis La traviata als Zugabe nach – ein heiterer Abschluss des Abends, der tatsächlich ein wenig Opernhaus-Stimmung ins Alte Rathaus in Rüthen brachte.